Welche Mundspüllösung ist die beste bei Implantaten?

Um Zahnimplantate gesund zu erhalten, möchte man als Patient in der Pflege kein Risiko eingehen. Insbesondere bei Entzündungsneigung (Periimplantitis-Risiko) müssen alle Möglichkeiten der Mundhygiene ausgenutzt werden, und dazu gehören auch Mundspüllösungen. Aber welche Spülung ist die beste für Zahnimplantate?

Mundspüllösungen reduzieren die Bakterienzahl im Mund und bekämpfen Zahnfleischentzündungen, sind aber kein Ersatz für die Pflege mit der Zahnbürste. Ihr Vorteil ist allerdings, dass sie in Zwischenräume und Nischen eindringen und dort wirksam sind, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. In Kombination mit Mundduschen sind sie übrigens dort am effektivsten.

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Mundspuelloesung Implantate

Welche Mundspülung ist die beste für Implantate?

Warum nicht einfach dauerhaft spülen?

Bevor Sie zur Mundspülung greifen, sollten Sie eine Sache wissen: Ihre Mundflora ist kein Feind, sondern ein Schutzfaktor. Mehr als 700 Bakterienarten arbeiten im Mund zusammen – manche davon senken sogar Ihren Blutdruck, indem sie Nitrat aus der Nahrung in gefäßerweiterndes Stickstoffmonoxid umwandeln. Desinfizierende Mundspülungen unterscheiden nicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien und können dieses Gleichgewicht empfindlich stören. Chlorhexidin – der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff – eliminiert nahezu vollständig diese blutdruckrelevanten Bakterien (Kapil et al. 2013).

Nitrat-Kreislauf im Mund – Orale Bakterien und Blutdruckregulation

Der Nitrat-Kreislauf: Mundbakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation

Gesunde Mundflora vs. Dysbiose – Gleichgewicht der Bakterien im Mund

Gesunde Mundflora (links) vs. Dysbiose durch Breitband-Desinfektion (rechts)

Hinzu kommt: Mundspülungen erreichen den organisierten Biofilm auf der Implantatoberfläche nur oberflächlich. Die schützende Matrix, in der sich die Bakterien organisieren, lässt Wirkstoffe nicht tief genug eindringen. Die mechanische Reinigung – Zahnbürste, Interdentabürste, Munddusche – bleibt die Grundlage.

Deshalb gilt: Mundspülung ist ein Werkzeug mit klarer Indikation und begrenzter Anwendungsdauer, kein tägliches Dauermittel.

→ Ausführlich: Unsere Mundflora – warum wir unsere Bakterien brauchen
→ Ausführlich: Orale Biofilme
→ Ausführlich: Mundspülungen allgemein – Wirkstoffe, Evidenz, Risiken

Mundspülung vor und nach der Implantation

Unmittelbar vor dem Eingriff: Standard, nicht Kür

Die Implantation findet in einem bakteriell kontaminierten Milieu statt. Eine präoperative Mundspülung reduziert die Keimzahl signifikant und senkt das Infektionsrisiko. Systematische Reviews bestätigen, dass präprozedurale Spülungen mit Chlorhexidin, CPC oder ätherischen Ölen die Bakterienbelastung im Aerosol um mehr als 70 Prozent senken können (Weber et al. 2023, Mohd-Said et al. 2021). Eine systematische Übersichtsarbeit zur perioperativen CHX-Spülung bei Implantationen zeigte eine signifikant niedrigere postoperative Infektionsrate in der CHX-Gruppe (AlShahrani et al. 2023).

So wird gespült: Chlorhexidin 0,12–0,2 %, unmittelbar vor dem Eingriff im Behandlungsstuhl, 30–60 Sekunden spülen. Bei CHX-Unverträglichkeit: Cetylpyridiniumchlorid (CPC) 0,05 %.

Nach der Implantation: Kurz und gezielt

In den ersten 7–14 Tagen nach der Implantation ist die Wundregion empfindlich, und die mechanische Reinigung im OP-Gebiet ist eingeschränkt. In dieser Phase ist Chlorhexidin 0,12 % (zweimal täglich) das Mittel der Wahl – es überbrückt die Zeit, in der Sie mit der Zahnbürste nicht an die Wunde herankommen.

Nach spätestens 14 Tagen sollte CHX abgesetzt und auf ein milderes Mittel gewechselt werden – CPC oder Hyaluronsäure sind sinnvolle Optionen für den Übergang. Ab dem Zeitpunkt, an dem Sie das Implantat wieder normal reinigen können, ist eine dauerhafte Mundspülung in der Regel nicht mehr nötig.

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Was macht eine gute Mundspülung aus?

Verweildauer sollte lang sein. Der Speichelfluss verdünnt schnell alles in der Mundhöhle, daher ist eine hohe Bindungskraft der Wirkstoffe an Oberflächen nötig, um eine ausreichende Verweildauer für die Wirkung zu erzielen.

Störung der Mundflora vermeiden. Mundspüllösungen sollten das sinnvolle biologische Gleichgewicht der Mundhöhle (Mundflora) nicht zerstören. Durch eine langdauernde Desinfektion (oder Antibiotika) können „gute Bakterien“ nachhaltig gestört werden, so dass es zur Überwucherung von Pilzen kommen kann (z. B. Candidose). Darüber hinaus wird auch der blutdruckrelevante Nitrat-Nitrit-NO-Pathway durch breitband-antimikrobielle Spülungen beeinträchtigt – ein weiterer Grund, desinfizierende Mundspülungen nicht ohne Indikation dauerhaft einzusetzen.

Nicht alle Zusätze in Mundspüllösungen sind unbedenklich. Alkohol desinfiziert zwar, aber nur in höheren Dosierungen. Alkohol schädigt bei längerer Anwendung aber auch die Mundschleimhaut. Andere Inhaltsstoffe (Geschmacksmittel, Konservierungsstoffe, Farbstoffe) können Unverträglichkeitsreaktionen bzw. Allergien auslösen.

Implantatverträglichkeit beachten. Nicht jeder Wirkstoff ist für Implantate unbedenklich. CHX verändert die Oberflächentopographie von Titanimplantaten und kann die Zellvitalität auf der Implantatoberfläche beeinträchtigen (Tagger-Green et al. 2022). Bei der kurzfristigen Mundspülung ist das kein Problem, macht CHX aber ungeeignet als Mittel zur direkten Implantatoberflächendekontamination bei Periimplantitis.

Welche Mundspüllösungen sind wirksam?

Die folgenden Substanzen sind in ihrer Wirkung ausreichend wissenschaftlich dokumentiert:

  • Chlorhexidindigluconat (CHX, z. B. Chlorhexamed®)
  • Cetylpyridiniumchlorid (CPC)
  • Ätherische Öle (z. B. Listerine®)
  • Aminfluorid/Zinnfluorid (z. B. Meridol®)
  • Hyaluronsäure (HA)
  • Triclosan (z. B. Colgate Plax®) – historisch
  • Pflanzenöle: „Ölziehen“
Entscheidungsdiagramm: Welche Mundspülung wann? – Übersicht der Wirkstoffe nach Anwendungssituation

Entscheidungsdiagramm: Mundspülung nach Anwendungssituation

Chlorhexidin-Digluconat (CHX) z.B. Chlorhexamed®, Hexoral®

Die Wirksamkeit von Chlorhexidin ist wissenschaftlich wohl am besten belegt. CHX ist gegen fast alle Bakterien im Mund gut wirksam und haftet gut an Schleimhäuten und Zahnflächen. Es ist auch in verschiedenen Konzentrationen (0,03–2 %) erhältlich. Bei längerer Anwendung über Wochen sind Störungen des Geschmacks und Verfärbungen der Zähne typisch.

Neue Evidenz bei Implantaten: Eine aktuelle Metaanalyse (Ye et al. 2023) zeigte, dass CHX als Adjuvans bei periimplantärer Mukositis die Sondierungstiefen signifikant reduziert. Bei manifester Periimplantitis war der Effekt jedoch nicht signifikant – ein Hinweis darauf, dass CHX gegen den tief organisierten subgingivalen Biofilm an Implantatgewinden an seine Grenzen stößt. Die Biofilmforschung bestätigt: Die Wirksamkeit von CHX ist gegen organisierte Biofilme um ein Vielfaches niedriger als gegen frei schwimmende Bakterien derselben Spezies (Brookes et al. 2023).

Chlorhexamed für Implantatentzündung

Chlorhexamed®. Bildquelle GlaxoSmithKline

Pro und Contra: Chlorhexidin

Vor- und Nachteile von Chlorhexidin als Mundspüllösung

Vorteile Nachteile (bei langzeit Gebrauch)
gegen fast alle Bakterien gut wirksam Schleimhautreizung möglich
haftet gut an Schleimhäuten und Zahnflächen Geschmacksirritationen möglich
- vermehrte Zahnsteinbildung möglich
- allergische Reaktionen möglich
- braune Verfärbungen an Zähnen u. Zunge (bis hin zu einer sogenannten Haarzunge)

implantate.com-Empfehlung: Unverzichtbar vor und kurz nach der Implantation. Maximale Anwendungsdauer 14 Tage, dann auf ein milderes Mittel wechseln. Für die Langzeitpflege von Implantaten nicht geeignet. Nicht zur direkten Dekontamination freiliegender Implantatoberflächen bei Periimplantitis verwenden.

Cetylpyridiniumchlorid (CPC)

Cetylpyridiniumchlorid ist ein kationisches Antiseptikum, das in den letzten Jahren als Alternative zu Chlorhexidin für die langfristige Anwendung deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Die aktuelle Metaanalyse von Windhorst et al. (2025) wertete 14 Studien mit 18 Vergleichen aus: Bei begleitendem Zähneputzen zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen CPC und CHX bei Plaque- und Gingivitis-Indizes. Bei deutlich weniger Nebenwirkungen – weniger Verfärbung, keine relevante Geschmacksstörung, keine vermehrte Zahnsteinbildung.

CPC stört den NO-Pathway ebenfalls, allerdings schwächer als CHX (Blot 2021). CPC ist alkoholfrei verfügbar und auch präoperativ einsetzbar.

implantate.com-Empfehlung: Stärkster Kandidat als Langzeitalternative zu CHX bei Implantaten. Besonders geeignet nach Ablauf der CHX-Phase (ab Tag 14 nach OP) und für Patienten mit chronischer Entzündungsneigung an Implantaten.

Triclosan (z.B. Colgate Plax®)

Triclosan ist ein stark antibakterieller Wirkstoff, der auch in einigen Zahnpasten enthalten war. Er wirkt Antibiotika-ähnlich und damit gezielt gegen Bakterien, was wissenschaftlich gut (auch bei Parodontitis) dokumentiert ist. Durch die antibiotische Wirkung hat Triclosan aber wenig überschaubare biologische Nebenwirkungen und Risiken. Es soll z. B. Resistenzen von Bakterien gegenüber wichtigen Antibiotika (Doxycyclin, Ciprofloxacin) Vorschub leisten.

Regulatorische Entwicklung: Die FDA verbot Triclosan 2016 in Handseifen und antiseptischen Waschlotionen. In der EU wurde Triclosan über die Biozidverordnung 528/2012 in zahlreichen Produktkategorien eingeschränkt. Colgate hat reagiert: Colgate Total® wurde neu formuliert – Triclosan wurde durch Zinnfluorid ersetzt. Auch Colgate Plax® enthält in aktuellen deutschen Formulierungen kein Triclosan mehr, sondern Cetylpyridiniumchlorid (CPC).

Colgate Plax für Implantate

Plax®. Bildquelle Colgate Palmolive

Pro und Contra: Triclosan

Vor- und Nachteile von Triclosan (Colgate Plax®)

Vorteile Nachteile
hohe Wirksamkeit gegenüber schädigenden Bakterien im Mund, Biofilmen u. Plaque Resistenzentwicklung von Bakterien möglich
kaum Nebenwirkungen bei relevanter Dosierung bekannt Diskussion um gesundheitsschädliche Nebenwirkungen (z.B. Leberschäden)
- gelangt ins Trinkwasser und erzielt eine unklare öko-biologische Wirkung

implantate.com-Fazit: Die gute Wirksamkeit bei Entzündungen steht historisch außer Frage. Die Resistenzproblematik und die regulatorischen Einschränkungen machen Triclosan allerdings zu einem Wirkstoff, der seinen Zenit überschritten hat. Eine aktuelle Empfehlung ist nicht mehr gerechtfertigt.

Ätherische Öle mit Alkohol (Listerine®)

Ätherische Öle haben eine gute antibakterielle Wirkung und können sogar Plaque und Biofilm anlösen. Die Kombination mit hochprozentigem Alkohol (27 %) dürfte diese Wirkung zwar noch verbessern, allerdings wirkt der Alkohol-Anteil auch schädigend auf die Mundschleimhaut. Inzwischen sind alkoholfreie Varianten von Listerine® verfügbar – sie sollten für den regelmäßigen Gebrauch bevorzugt werden.

Für Implantatpatienten interessant: Ätherische Öle scheinen den NO-Pathway weniger zu stören als CHX und CPC (Mitsui & Harasawa 2017, zitiert in Blot 2021). Die Datenlage ist hier allerdings noch dünn.

Listerine für Implantate

Listerine®. Bildquelle Johnson&Johnson

Pro und Contra: Listerine®

Vor- und Nachteile von Ätherischen Ölen mit Alkohol

Vorteile Nachteile
gute wirksam gegen Bakterien Schleimhautschädigung bei Langzeitanwendung (Alkohol)
schädliche Biofilme werden gelöst Verfärbungen von Kunststoffrestaurationen (Verblendung, Zahnfüllungen) möglich

implantate.com-Fazit: Ätherische Öle sind wirksam gegen Karies, Parodontitis und wohl auch Periimplantitis. Alkoholfreie Varianten bevorzugen. Für Implantatpatienten eine gute Wahl im Alltag, wenn eine Mundspülung gewünscht wird.

Hyaluronsäure (HA)

Hyaluronsäure ist kein Antiseptikum – und genau das macht sie interessant. Als körpereigenes Glykosaminoglykan ist sie ein natürlicher Bestandteil des Zahnfleischgewebes und wirkt entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und geweberegenerierend.

Eine randomisierte Doppelblindstudie (Abdulkareem et al. 2020) zeigte, dass HA bei der Blutungsreduktion vergleichbar wirksam war wie CHX, bei deutlich besserer Patientenakzeptanz. Eine Umbrella-Review (López-Valverde et al. 2025) bestätigt vielversprechende Ergebnisse als Adjuvans bei nicht-chirurgischer Parodontitistherapie.

Für Implantate ist HA aus zwei Gründen besonders interessant: Sie stört die Mundflora nicht und hat keine negativen Effekte auf die Implantatoberfläche.

implantate.com-Empfehlung: Vielversprechender neuer Ansatz, besonders nach der Implantation als Ergänzung zur Wundheilung und für Patienten, die CHX nicht vertragen. Keine Dysbiose-Problematik. Die Evidenz verdient Aufmerksamkeit, auch wenn sie noch nicht so umfangreich ist wie bei CHX.

Aminfluorid/Zinnfluorid (z. B. Meridol®)

Die Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid wirkt weniger über direkte Keimtötung als über die Beeinflussung der Biofilmzusammensetzung und die Hemmung des bakteriellen Stoffwechsels. Die Antiplaque-Wirkung ist schwächer als bei CHX und ätherischen Ölen: In einem 4-Tage-Plaque-Regrowth-Modell erreichte Meridol® eine nicht-signifikante Plaquereduktion von 12 Prozent, verglichen mit 23 Prozent für ätherische Öle und 38 Prozent für CHX (Riep et al. 1999).

Allerdings zeigte eine 9-Monats-Studie (Mengel et al. 1996), dass AmF/SnF2 die Zusammensetzung der supragingivalen Plaque günstig beeinflusst – die Anteile potenziell parodontopathogener Keime (Spirochäten, Filamente, Fusiforme) nahmen signifikant ab. Das Nebenwirkungsprofil ist günstig: gelegentlich leichte Verfärbungen, deutlich weniger als bei CHX.

implantate.com-Empfehlung: Gute Wahl für die tägliche Langzeitpflege, besonders in der periimplantären Erhaltungstherapie. Für akute Situationen oder als präoperatives Mittel ist die Wirkung zu schwach.

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Früchteessenzen, Salbeitee, Kamillelösung

Die in Pflanzen und Früchten enthaltenen Polyphenole und Flavonoide haben eine antioxidative, adstringierende (zusammenziehende), entzündungshemmende und teils antibakterielle Wirkung. Vor diesem Hintergrund sind Hausmittel und Früchte bei Entzündungen im Mundraum einsetzbar. Den positiven Erfahrungen mit Salbeitee oder Kamillespülungen kann man aus wissenschaftlicher Sicht keinesfalls widersprechen. Ein Dysbiose-Risiko besteht nicht.

implantate.com-Fazit: Die Hausmittel Salbei und Kamille als Mundspüllösungen können eine Gingivitis beruhigen. Wenn auch die wissenschaftliche Dokumentation dürftig ist, sind eigentlich nur positive Effekte von der Anwendung zu erwarten.

Pflanzenöle: „Ölziehen“

Das „Öl-Ziehen“ ist in der Hausapotheke zur Behandlung von Entzündungen im Mundraum (z. B. Gingivitis) schon lange bekannt. Die Wirksamkeit von Pflanzenölen wie z. B. Paranuss-Öl oder einfachen Mineralölen konnte gegenüber Karies und Parodontitis sogar wissenschaftlich belegt werden. Dabei dürften 2 Mechanismen greifen:

  1. Das Auflösen durch Infiltration von Biofilmen, in denen sich schädliche Bakterien auf Zähnen und Implantaten stabil organisiert haben, und
  2. Hemmung des Bakterienstoffwechsels, der Fette nicht verwerten kann

Welche Öle kommen zum Ölziehen infrage?

Wissenschaftlich belegt haben Paranuss-Öl und Mineralöle eine gute Wirkung. Traditionelle Erkenntnisse aus dem ostasiatischen Raum (Ayurveda) favorisieren Sesamöl. Wahrscheinlich sind aber auch andere Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl oder Olivenöl gut antibakteriell in der Mundhöhle wirksam.

Pro und Contra: Ölziehen

Vor- und Nachteile des Ölziehens

Vorteile Nachteile
günstig und leicht verfügbar Geschmack nicht einladend
biologisch unbedenklich empfohlene Anwendungsdauer von bis zu 20 Minuten ambitioniert
keine Nebenwirkungen bekannt -

implantate.com-Fazit: Preiswert, biologisch günstig und effektiv: Ölziehen wäre ideal, wenn nicht Geschmack und Anwendungsdauer ungünstig wären.

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Mundspülung bei Mukositis und Periimplantitis

Biofilm auf Implantatoberfläche – Risiko für Periimplantitis

Biofilm auf der rauen Implantatoberfläche: Ansatzpunkt für Mukositis und Periimplantitis

Periimplantitis – Von der gesunden Schleimhaut zur fortgeschrittenen Entzündung

Stadien der Periimplantitis: frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend

Bei einer Entzündung des Zahnfleischs um das Implantat (Mukositis) oder bei beginnendem Knochenabbau (Periimplantitis) ändert sich die Empfehlung: Hier ist eine gezielte Mundspülung als Ergänzung zur professionellen Behandlung sinnvoll.

Bei Mukositis: CHX als Adjuvans zur professionellen Reinigung kann die Sondierungstiefen reduzieren (Ye et al. 2023). Anwendung: 0,12 % CHX für 7–14 Tage nach dem Scaling, dann Wechsel auf CPC oder HA. Die mechanische Biofilmentfernung bleibt die entscheidende Maßnahme.

Bei Periimplantitis: Hier reicht eine Mundspülung allein nicht aus – und sie sollte auch nicht den Eindruck erwecken, eine professionelle Behandlung ersetzen zu können. Die Metaanalyse von Ye et al. (2023) konnte bei Periimplantitis keinen signifikanten Zusatznutzen von CHX nachweisen. Der Biofilm in tiefen Taschen und an Gewindestrukturen ist für Spüllösungen nicht erreichbar. Wichtiger ist die professionelle subgingivale Reinigung mit geeigneten Instrumenten.

Ein weiterer Grund zur Vorsicht: CHX verändert die Oberflächentopographie von Titanimplantaten und hemmt die Zellvitalität auf der Implantatoberfläche (Tagger-Green et al. 2022). Als Mittel zur direkten Oberflächendekontamination bei chirurgischer Periimplantitistherapie ist CHX daher nicht geeignet.

→ Ausführlich: Periimplantitis – Ursachen, Diagnose, Therapie

Welche Mundspülung wann? Zusammenfassung für Implantatpatienten

Vor der Implantation:
CHX 0,12–0,2 %, einmalig 30–60 Sekunden unmittelbar vor dem Eingriff. Bei Unverträglichkeit: CPC.

Nach der Implantation (7–14 Tage):
CHX 0,12 %, zweimal täglich. Danach Wechsel auf CPC oder HA.

Langzeitpflege bei Entzündungsneigung:
CPC als Langzeitbegleiter, alternativ HA oder ätherische Öle (alkoholfrei). Meridol® für die tägliche Erhaltungstherapie.

Langzeitpflege ohne Entzündung:
Desinfizierende Mundspülungen sind beim gesunden Implantat aus biologischer Sicht nicht zu empfehlen – sie stören die Schutzflora, ohne einen gesicherten Nutzen zu bieten. Bei Bedarf: Fluoridspülung oder Hausmittel. Die mechanische Reinigung – Zahnbürste, Interdentabürste, Munddusche – bleibt die Grundlage.

Bei Mukositis:
CHX adjuvant 7–14 Tage nach professioneller Reinigung, dann CPC oder HA.

Bei Periimplantitis:
Professionelle Behandlung, nicht Mundspülung. CHX nicht zur Oberflächendekontamination verwenden.

→ Allgemeiner Überblick: Mundspülungen – welche Mundspülung ist wann sinnvoll?
→ Bei Parodontitis: Mundspülung bei Parodontitis

implantate.com-Fazit

Mundspülungen sind bei Zahnimplantaten kein Allheilmittel – aber in bestimmten Phasen ein wichtiges Werkzeug. Präoperativ und in den ersten zwei Wochen nach der Implantation ist Chlorhexidin gesetzt. Danach sollte auf ein milderes Mittel gewechselt werden: CPC hat sich als stärkste Langzeitalternative etabliert, Hyaluronsäure bietet einen interessanten Ansatz ohne Dysbiose-Risiko. Wer ein gesundes Implantat hat und es gewissenhaft reinigt, braucht keine desinfizierende Mundspülung im Alltag – die mechanische Reinigung bleibt die entscheidende Maßnahme. Und bei einer Periimplantitis hilft keine Spülung: Hier ist professionelle Behandlung gefragt.

Kapil V, Haydar SM, Pearl V et al. Physiological role for nitrate-reducing oral bacteria in blood pressure control. Free Radic Biol Med. 2013;55:93–100. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2012.11.013

Brookes ZLS, Sheridan R, Sheridan G et al. Mouthwash Effects on the Oral Microbiome: Are They Good, Bad, or Balanced? Int Dent J. 2023;73(Suppl 2):S288–S297. doi: 10.1016/j.identj.2023.08.010

Ye M, Liu W, Cheng S, Yan L. Efficacy of Adjunctive Chlorhexidine in non-surgical treatment of Peri-Implantitis/Peri-Implant Mucositis. Pak J Med Sci. 2023;39(2):595–604. doi: 10.12669/pjms.39.2.7253

Tagger-Green N et al. Chlorhexidine for the Treatment of Peri-Implantitis: Is it a Benison? Crit Rev Biomed Eng. 2022;50(1):1–12

AlShahrani FA et al. The Influence of Chlorhexidine Mouthwash Use on Post-Operative Infection Rate of Dental Implants. Arch Pharm Pract. 2023;14(3):112–124. doi: 10.51847/bcuSxlLGy8

Weber J, Bonn EL, Auer DL et al. Preprocedural mouthwashes for infection control in dentistry – an update. Clin Oral Investig. 2023;27(Suppl 1):33–44. doi: 10.1007/s00784-023-04983-7

Mohd-Said S et al. Effectiveness of Pre-procedural Mouth Rinses in Reducing Aerosol Contamination. Front Med. 2021;8:600769. doi: 10.3389/fmed.2021.600769

Windhorst ERW et al. CPC Compared to CHX Mouthwash on Plaque and Gingivitis: Systematic Review and Meta-Analyses. Int J Dent Hyg. 2025. doi: 10.1111/idh.12916

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Letzte Aktualisierung am Samstag, 28. März 2026